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BDSM im Alltag

Anders als es die Überschrift vermuten lässt geht es nicht um 24/7 oder TPE Beziehungen, geschweige denn über PDD, sondern um BDSMler im Alltag. Es geht einfach um die Frage, ob man BDSMler mit ihrer Rollenverteilung auch im Alltag erkennt.

Viele wissen nicht, was sie da tragen

Als Berliner bin ich einiges gewöhnt und es verwundert niemanden, das das anders sein, in der Punk und Gothic Szene offen zur Schau getragen wird und allzu gerne auf SM Accessoires zurückgegriffen wird. Vor zwei, drei Jahren gab es auch den Trend mit den schwarzen Halsbändern, den Choker. Ich bin mir sicher, dass die meisten Frauen, die sich nicht in der BDSM-Welt bewegen, sich vermutlich gar keine Gedanken machen, welches Bild ihr Halsband  hervorruft.

Bildquelle: SMoRuN

Ich bin deshalb schon lange nicht mehr so vermessen von modischen Accessoires oder Kleidung auf eine sexuelle Ausrichtung oder sogar BDSM zu schließen.

BDSM im Alltag

Vor einiger Zeit habe ich eine Sub auf einen BDSM Event, in einen bekannten SM Club kennengelernt. Ich war den ganzen Abend fasziniert von ihrer Devotion und der Hingabe in den Sessions – vielleicht das was man allgemein als Bilderbuch Sub bezeichnet.  Einige Wochen später habe ich Sie dann  wieder getroffen. Ich habe eine Frau und Mutter kennengelernt, die ein selbstbestimmtes Leben führt, mit einem anspruchsvollen Job. Sie war alles andere als eine devotes Mäuschen, die sie nicht so schnell  von einem Mann ein X für ein O vormachen lässt. Von Ihrem Verhalten im Alltag gab es keinen Rückschluss auf Ihre BDSM Neigung. Hätte ich sie unter anderen Umständen kennengelernt, wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, das diese wunderbare Frau einen Bezug zum SM hätte.

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Für mich ist es keine Ambivalenz und auch kein BDSM Phänomen, das Alltag und eine sexuelle submissiven und dominanten Rolle in einer Beziehung durchaus getrennt werden, selbst wenn man als Paar eine D/s Beziehung führt. Die wenigsten Paare, die über die Jahre kennengelernt habe, tragen dabei Ihren Kink nach außen – leben BDSM sichtbar für dritte auch im Alltag.

Es gibt Accessoires, die definitiv nicht nur Rückschlüsse auf D/S ermöglichen, sondern diese sogar hervorrufen und postulieren. Beim Verhalten im Alltag wird es dann aber schon schwierig. Dom/FemDom sagt an, wo es lang geht und Sub folgt, im Beziehungsalltag vielleicht nur ein subtiles Spiel. Für mich ist BDSM eher ein tiefes Fühlen, ein Befreien von sexuellen Konventionen, zur gemeinsamen Luststeigerung – braucht das eigene BDSM dazu die Bühne der Öffentlichkeit?

BDSM in der Öffentlichkeit

Öffentlichkeit ist für mich der ganz normale Alltag. Also das, man verlässt die eigenen vier Wände und begibt sich auf die Straße. Und von dort aus zur Arbeit oder wohin auch immer. Ich mache aus meinen Kink kein Geheimnis, verstecke mich nicht mehr – dränge mein (B)DSM aber niemanden auf. Meine Panterin und Sub trägt gerne Ihren Talena Halsreif mit dem Ring der “O”, einfach weil es ihr ein persönliches anliegen ist. Ein schönes Schmuckstück und die Bedeutung erschließt sich den wenigsten. Von unserem Verhalten sind wir ein Paar wie viele andere…

Letzte Aktualisierung: 2020-01-10 22:22:02

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Topping from the bottom?

Der Begriff “Topping from the bottom” heißt übersetzt nichts anderes als „Führung von unten. Die Führung von unten bedeutet im BDSM Kontext, den dominanten Partner durch bestimmte Aktionen zu gewünschten Reaktionen zu bringen.  Das basiert auf einer einfachen Grundregel des menschlichen Miteinanders, das Verhalten immer eine Reaktion bewirkt.

Topping Sub
Bildquelle: pixabay

Im BDSM spricht man auch ganz allgemein von „Topping from the bottom“, wenn die Erfüllung der Wünsche und Fantasien des/der Subs im Vordergrund stehen und Top nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. In diesen Zusammenhang fällt dann auch schnell der Begriff „Wunschzettel Sub“.

Der oder die Wunschzettel Sub

In den BDSM Communitys ist die Wunschzettel Sub relativ einfach zu erkennen. Sie weiß am besten wie ein Dom oder Top sich zu benehmen hat und spricht gerne über Ihre jahrelangen Erfahrungen. Sie sieht sich gerne als “Mentor” für die Anfängerinnen und sich selbst als das größte Glück überhaupt für jeden Mann. Überspitzt gesagt müssen wir ihnen dankbar dafür sein, dass sie sich einen Dom devot hingeben. Und wehe ein Dom oder Top schreibt etwas, das nicht Ihren Vorstellungen entspricht, der wird dann schnell und einfach virtuell abgewatscht. Für diesen meist weibliche Vertreter einer Wunschzettel Sub, funktioniert D/s nach einer einfachen Regel – I have the pussy so I make the rules!

Erfüllungsgehilfe

Nüchtern betrachtet bestimmt Sub ohnehin den Rahmen des Spiels – durch die Tabus den äußeren und durch die Grenzen den inneren Rahmen. Zu beider Zufriedenheit hält sich Dom an diesen Rahmen – lässt dieser ihm doch im Allgemeinen genug Gestaltungsspielraum. Die Wunschzettel Sub geht jedoch darüber hinaus. Sie bestimmt nicht nur den Rahmen, sondern den auch den Ablauf einer Session. Sie macht Dom zum Erfüllungsgehilfen Ihrer/seiner Fantasien und Vorlieben.

 

Dom Erfüllunsgehilfe
Bildquelle: SMoRuN

In der Theorie hört sich das nach einen ziemlichen Fiasko für jeden Top an. Aber wie sieht es mit der Praxis aus? Wo fängt „Topping from the bottom“ an und wo hört es auf?

Beziehungsebene

Wir z.B. pflegen einen sehr Partnerschaftlichen Umgang in unserer BDSM Beziehung. Wir haben einige wenige Regeln und Rituale. Wir kommunizieren auf der Beziehungsebene als gleichwertige Partner. Dadurch ergeben sich oft Gespräche über verschiedene SM-Praktiken, Techniken, Spielzeuge, SM Clubs und so weiter. Wir thematisieren gerne unser BDSM, sprechen offen über unsere Sehnsüchte, Vorstellungen und Wünsche.

In einer Session selbst dulde ich jedoch keine Mitsprache. Da ist die Rollenverteilung eindeutig und wir befinden uns im Dom-Sub-Verhältnis. An meine Regeln muss sie sich, ohne Wenn und Aber halten. Gerne baue ich Ihre Vorstellungen mit ein, über das wann, wie und wo bestimme ich jedoch alleine.

Diese indirekte Art, die Wünsche meiner Sub in eine Session einfließen zu lassen, ist für mich eine Form von Respekt bzw. Wertschätzung meiner Sub und hat für mich selbst wenig mit einem „Topping from the bottom“ zu tun.

D/s Beziehung

Für Personen, die in einer  24/7 Beziehung leben, wäre die Mitsprache der Sub auf der Beziehungsebene vielleicht schon ein No-Go Sie sind es meiner Meinung nach gewohnt, dass Ihre Sub alles tut, was verlangt wird. Wunschzettel oder sogar Widerworte sind für sie eher fremd. Eine Sub die Ihre Neigung lebt, wird auch nie auf die Idee kommen, Ihren Dom Vorschriften zu machen. Nach Ihrer Vorstellung gehört sich dies einfach nicht.

Sein wir doch mal ehrlich

Die Frage, wo fängt „Topping from the bottom“ an und wo hört es auf, muss letztendlich jedes Paar für sich entscheiden. Eine allgemein gültige Definition gibt es eben zu wenig, wie die Regeln aus dem großen schwarzen Buch des BDSM!

 

Letzte Aktualisierung: 2019-09-14 00:21:25

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Aufgaben – Das lustvolle Spiel mit der Macht

Der Reiz bei den Aufgaben liegt grundsätzlich darin, dass sich eine devote Person (Sub) einer dominanten Person Dom oder FemDom einvernehmlich unterwirft.

Das Ausleben des Machtgefälles kann sich auf die eigenen vier Wände beschränken oder sogar die Öffentlichkeit zur einer BDSM-Spielweise machen. Abgesehen vom gesunden Menschenverstand sind der Fantasie oft keine Grenzen gesetzt.

Ein gewisses Risiko bestimmt den Reiz der Aufgaben im BDSM maßgeblich mit – aber der größte Lustgewinn steckt für viele genau darin, kurz unterhalb kritischer Grenzen oder in der Semiöffentlichkeit zu bleiben.

Lust und Fantasie

Aufgaben im BDSM und ganz speziell im D/S leben natürlich von der kreativen Lust und einem ganz individuellen Integrieren der eigenen Persönlichkeiten, Lebenssituationen und Vorlieben – was für die eine Sub eine Herausforderung ist, kostetet der andern Sub nur ein müdes Lächeln. Fleißiges und lustvolles Ausprobieren gehört also definitiv auch dazu!

Bildquelle: Pixabay

Nimm dir Zeit und lerne deine Sub wirklich kennen, rede mit ihr. Über ihre Gefühle, Ängste, Fantasien und Träume. Nutze dieses Wissen und mit etwas Erfahrung ergeben sich damit immer wieder neue Aufgaben. Führe deine Sub behutsam an ihre Grenzen, spiele z.B. mit ihren Schamgefühlen und stelle Sie damit vor neuen Herausforderungen.

Spiel mit der Scham

Das Spiel mit der Scham sind im Rahmen von D/S Szenarien eine beliebte Praxis: Sub soll etwas tun, das ihr die Schamröte ins Gesicht treibt. Was das im einzelnen ist, ist von Person zu Person verschieden, doch gibt es ja recht allgemein verbreitete gesellschaftliche Tabus, die sich nutzen lassen. Aufgaben mit Entblößung, mit Sich-präsentieren-müssen, Dirty Talk, ungewohnte geile Handlungen, die eine “anständiger Mensch” gar nicht kennen darf, und einiges mehr.

Demütigung und Erniedrigung

Der Übergang zum Public Disgrace ist bei Aufgaben mit der Scham fließend. Hierbei wird der/die Sub öffentlich gedemütigt und zur Schau gestellt. Sei es durch freizügige Kleidung, verbal oder durch erniedrigende Körperhaltungen, die vom Top als Aufgabe eingefordert werden – wobei die Aufgabe auch die Strafe sein kann.

Emotionen

Aufgaben demonstrieren die Macht des Tops über den Bottom. Bleibe dabei immer realistisch, es ist ein Spiel mit der Macht und die Aufgaben sollen den/die Sub fordern aber immer im Bereich das tatsächlich machbaren bleiben. Emotionen sind für BDSM und sinnlich-dominierende Aufgaben wichtig, aber „böse“ Emotionen sollten hier keinen Platz haben! Wer einen ernsten und nachhaltigen Beziehungsstreit hatte, sollte nicht ohne ein klärendes Wort in die BDSM-Rollen schlüpfen und sich nicht bei den Aufgaben austoben.

Anregungen

Wer etwas Anregung für sein eigenes Kopfkino benötigt, der sollte einen Blick in “Das Buch der Strafen – 222 erotische Aufgaben und Strafen” von Andreas Woschofius werfen. Woschofius ist für viele eine absolute SM-Szenegröße. Nach dem Erfolg des ersten Teils, der sich monatelang auf Platz 1 bei Amazon in den Bereichen SM und Beziehungen festsetzte, präsentiert der Autor dann auch schnell den zweiten Teil, “Das Buch der Strafen 2- 365 Strafen – Eine Strafe für jeden Tag

In einen Podtcast von Lustgewinn reden Marie und Michel über Aufgaben im BDSM. Darüber, wie wichtig sie als Bestandteil einer Spielbeziehung sein können, um sich selbst und den anderen kennenzulernen. Wie gut man damit die Grenzen des devoten Part ausloten kann und wie sehr sie die Bindung zueinander stärken können – einfach mal reinhören.

Marie und Michel haben jeder einen eigenen Blog. Marie unter Herzinfucked und Michel unter Eisbär-Dom und sein BDSM.

Letzte Aktualisierung: 2019-07-04 15:24:08

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Warum ich kein Dom sein möchte!

Nee, lass mal sein – viel zu stressig und aufwendig

 

Die viele Zeit bei der Partnersuche, die unzähligen Kaffee-Sessions bis die richtige gefunden ist. Hast Du eine gefunden, die sich endlich mal bequemt vor Dir zu knien, geht die Maloche erst richtig los.

Ständig diese Fürsorge und Aufmerksamkeit, das kostet wirklich viel Nerven und Zeit. Dazu der ständige Aufwand die Session zu gestalten, mal ganz abgesehen von der ganzen Kohle, für die vielen Spielsachen.

Nach dem harten Sex, wo ich mal wieder die ganze Arbeit hatte, einfach umdrehen und einschlafen? Vorbei sind diese glücklichen Zeiten, Auffangen, bzw. Aftercare – wie jetzt so schön heißt, ist  angesagt.

Da will man mal wieder als Paar zu den Kumpels in den SM-Club. Pustekuchen, die Schuhe vom letzten Mal passen nicht zum Themenabend. Wozu dieser ganze Stress Sie geht doch sowieso nackend nur mit Halsband? Ich bin mir sicher, ich kenne jeden Schuhladen in der Stadt.

Dazu noch das ganze gequatschte nach der Session über Ihre Sehnsüchte und Wünsche. Soll Sie doch zufrieden sein, dass Ich Ihr nicht nur einen multiplen Orgasmus, sondern noch einen Abflug, im Schweiße meines Angesichts, ermöglicht habe.

Zum Glück habe ich heimlich ein Kommunikation-Training besucht. Ihre Session-Kritik kann ich jetzt bereits in 90 Minuten abhandeln und komme so noch in den Genuss von 4 Stunden Schlaf.

Habe ich den Eindruck, dass es für mich gerade erträglich ist, geht Sie doch einfach zum Subbi-Stammtisch. Ich brauche dann wieder 2 Wochen, bis ich den gehörten Blödsinn, wieder ausgeredet habe. Steht jetzt, nach wiederholten Stammtischbesuch, auf meiner No-Go Liste, irgendwo muss man als Dom versuchen, Sub die Grenzen zu setzen.

Der Versuch ist aber kläglich gescheitert und endete in einer wochenlangen Diskussion über 24/7 und TPE – das steht jetzt auf Ihrer No-Go Liste.

Bildquelle: Pixabay

Dazu kommt, sind die ersten Rosa Wolken verflogen, das tägliche Geziehe und Gezerre, das wäre nicht männlich und das ist nicht dominant – nehme endlich mal Haltung an und mach mal wieder regelmäßig Sport. Völlig unverständlich für mich, dieser Anspruch an meine Dominanz im Alltag. Wertschätzung, früher ein Lippenbekenntnis jetzt müssen Taten folgen. Hat jemand überhaupt eine Vorstellung, was Wertschätzung für ein Sub bedeutet?

Mein Tipp bereits beim 1. Kaffee-Treffen abklären, sonst habt Ihr später als Dom nichts mehr zu lachen und die eigene Freizeit könnt Ihr gegenstandslos streichen.

Früher stand lediglich meine Zahnbürste im Badezimmer-Schrank. Jetzt findet man dort eine sorgfältige Auswahl von frei erhältlichen Stresskillern, neben den üblichen potenzsteigernden Mittelchen auch noch eine Tagescreme für den aktiven Mann.

Ich glaube ja an Reinkarnation, sollte mein Schöpfer dann wieder die Neigen im BDSM verteilen, werde ich nicht mehr aufspringen und lauthals hier rufen!

Letzte Aktualisierung: 2019-05-28 13:03:48

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