Archiv der Kategorie: SMoRuN

Magic Wand

Meine Sub kann eine SM Session durchaus erotisieren,  dabei setze ich gerne zusätzlich und im Wechsel den Magic Wand, bzw. einen der gängigen Nachbauten  ein. Dieser Massagestab ermöglicht durch seine Größe und biegsamen Massagekopf eine unkomplizierte Anwendung in fast jeder meiner Sessions.

In der BDSM Szene ist der Magic Wand verbreitet und fast alle Hersteller von SM-Möbeln, haben eine Halterung, z.B. an einer Dildo-Stange, für diesen Massagestab im Programm. Es wird eine fast schon unübersichtliche Anzahl von Nachbauten, in verschiedenen Qualitäten angeboten, die in jeden Erotik-Shop im Internet zu bekommen sind. Die Preise reichen von 30,- € bis 120,- € und deshalb bleibt es nicht aus, das gerne mal über den würdigen Nachfolger des original Hitachi Magic Wand debattiert wird.

Bildquelle: SMoRuN

Der Magic Wand war eines der ersten Elektro Toys, die ich mir für mein BDSM gekauft hatte. Es ist der Power-King unter den Vibratoren und einfach ein Must-have, wenn man auf diese Form der Stimulation in seinen Sessions steht.

Die Wahl der Qual

Die Auswahl im Internet gestaltet sich schwierig. Es fehlen oft die technischen Daten, sodass man sich auf die Werbung verlassen muss, was die Leistung der Geräte anbelangt. Nach meinen Erfahrungen nicht immer im praktischen Gebrauch zutreffend. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen den kabelgebundenen 220V und den Akku-betriebenen Geräten. Ich selbst bevorzuge die Hybrid (Kabel und Akku) Modelle, die leider nicht für jedes Model bzw. von jeden Hersteller angeboten werden.

Wer die Möglichkeit hat, solle einfach in einen Erotik-Fachmarkt gehen und die dort angebotenen Modelle in die Hand nehmen und die stärke der Vibration und Variationsmöglichkeiten, in der geschlossenen Hand ausprobieren.

Magic Wand BDSM
Bildquelle: SMoRuN
Massagestab von BuyAndFeelGood

Den ersten Magic Wand von BuyAndFeelGood (links im Bild) habe ich bereits vor einigen Jahren gekauft. Dieser hat mir gute Dienste geleistet und habe ihn jetzt durch das Nachfolgemodell ersetzt. Das aktuelle Model verfügt jetzt über 15 Programme und einen zusätzlichen Taster für die Geschwindigkeit, die sich nach der Werbung in 10 Stufen von 7000 bis 12000 Umdrehungen regeln lassen soll. Das wäre für den Preis von 49,- € ordentlich.

In der Praxis sieht das aber mehr als ernüchtern aus. Die Geschwindigkeit lässt sich zwar nur in 5 Schritten steuern, wobei jedoch in der höchsten Stufe lediglich ein (enttäuschendes) Vibrieren bemerkbar macht, welches im Vergleich zu anderen Magic Wand einer Leistung/Wirkung von vielleicht 2.000 oder 2.500 RPM bzw. U/min entspricht. Das Gerät ist damit absolut nicht zu empfehlen. Einen entsprechenden Einkaufs-Link erspare ich deshalb den Lesern in diesen Blogbeitrag!

Die Angaben des Herstellers und die Leistungsbeschreibung sind mehr als fraglich. Leider ist das keine Seltenheit, bei einigen Herstellern. Gerne wird mit Superlativen geworben, die für einen Käufer nur schwer nachzuprüfen sind.

Pixey Wand Vibrator Deluxe

Dass es auch anders geht, zeigt der Wand Vibrator von Pixey (in der Mitte des Bildes). Die Deluxe Version von Pixey liegt schwer in der Hand, was sich auch gleich beim Einschalten bemerkbar macht, den dieser Wand ist ein echtes Kraftpaket. Der verbaute Motor macht diesen Wand zum einen der stärksten Akku-betriebenen Massagestäben auf dem Markt.

Bei voller Ladung kann man diesen Spaß dann für ca. 40 bis 50 Minuten genießen. Die Vibrationsstärke kann man einfach mittels Knopfdruck von kribbelnden 3000 bis zu satten 12000 RPM einstellen. Der Pixey, lässt sich auch mit dem 2,5 m langen Ladekabel betreiben. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis, der Zauberstab wird zwischen 90,- € und 138,- € gehandelt. Ich hatte den Pixey Wand im Ladengeschäft von McHurt in der Hand und seit dem befindet er sich ein meinen Besitz.

Arcana ElectroVibe Wand

Die Stärke der Vibration ist beim Arcena von Zeus (rechts im Bilde) deutlich geringer als bei den mir bekannten Massagestäben. Sein freundliches brummen, das sich in 5 Stufen einstellen ist fast schon enttäuschend und sein 220V Kabel viel zu kurz für einen Magic Wand.

Zum echten SM-Spielzeug wird der Arcana, jedoch durch die zusätzliche Reizstomfunktion. Die Stärke der Strom-Funktion ist heftig. Der Effekt ist weder mit dem des Neon Wand noch mit einem Tens-Gerät vergleichbar und selbst auf Stufe 1 nichts für zarte Seelen!

Magic Wand
Bildquelle: SMoRuN

In der Verbindung mit der Elektrostimulation, die auch als Impuls über einen seitlich angebrachten Taster gesteuert werden kann, ist die Funktion als Massagestab angemessen und ausreichend. Der Arcena ist somit kein entweder oder Magic Wand und gehört mehr in Gruppe der Geräte zur erotischen Elektrostimulation, vergleichbar mit der Electro Wipe.

ElectroVibe und Sicherheit

Vor der Verwendung des Arcana ElectroVibe Wand, möchte ich euch auf den Wikipedia-Eintrag Erotische Elektrostimulation hinweisen.

BDSM Lexikon: Stromspiele, Elektrostimulation

Der ElectroVipe wird im Internet u.a. von McHurt für 109,- € angeboten.

Europe Magic Wand

In einen Blogbeitrag über den Magic Wand darf natürlich der Europe Magic Wand nicht fehlen. Gerne wird dieser Massagestab als einziger Nachfolger des legendären Model von  Hitachi angepriesen. Auch wenn der EMW dem Original sehr nahe kommt, bleibt er hinter der Leistung des Hitachi zurück. Einen direkten Produktvergleich kann auf dem Blog von BDSM Theory nachlesen.

Europe Magic Wand
Bildquelle:: BDSM-Theory

Der Europe Magic Wand hat sechs Vibrationsstufen mit Vibrationsfrequenzen zwischen 2800 und 6000 RPM. Es ist ein solider Wand, der für 99,- € direkt bei Baumwollseil, einen offiziellen Händler für den Europe Magic Wand in Deutschland, bestellt werden kann. Ich selbst hatte den Wand mehrmals in der Hand, er befindet sich jedoch nicht in meinen Besitz.

Letzte Aktualisierung: 2019-10-15 15:11:40

Du hast noch Fragen oder möchtest mit uns über diesen Blogbeitrag im SMoRuN Forum diskutieren?

BDSM Forum – jetzt anmelden und dabei sein!

Electro Whipe

Nach meinem Blog Beitrag zum Neon Wand von KinkLab kamen noch einige Nachfragen zum Zubehör. Wem die mitgelieferten Glas-Aufsätze zu wenig Pep haben aber der Power Tripper Aufsatz zu heftig ist, wird schnell nach Alternativen für seine Sessions suchen.

Electro Wipe - KinksLab
Bildquelle: SMoRuN

Der Electro Whip Aufsatz von KinkLab wäre dann wirklich eine interessante Möglichkeit, zumal er sich auch vielseitig einsetzen lässt. Der Aufsatz sieht aus wie ein kleiner Flogger und die acht Tails bestehen aus leitfähigen Silikon.

In der Session

Die Handhabung als Flogger bedarf etwas an Übung, das ist aber schnell gelernt, wobei die Wirkung, auch ohne den Reisstrom schon bissig sein kann.

Wesentlich interessanter ist es mit dem Spitzen der Tails gemächlich über den Körper zu wandern.  Wie beim Power Tripper Zusatz sollte man unbedingt mit der kleinsten Einstellung des Violet Wand anfangen. Auch der Electro Wipe Aufsatz macht den Neon Wand zum SM-Spielzeug und ist schon bei der mittleren Einstellung nichts für zarte Seelen!

Als Top sollte man, die Einstellung der Intensität erstmal an sich selbst ausprobieren, dazu streicht man sich mit den Spitzen der Tails über den Unterarm oder über die Wade. So kann man an sich selbst die verschiedenen Einstellungen testen.

Sicherheit

Vor der Verwendung des Neon Wand zusammen mit dem Aufsatz Electro Wipe, möchte ich euch auf den Wikipedia-Eintrag Erotische Elektrostimulation und den Sicherheitstipp hinweisen:

Die Verwendung von Violet Wand an Trägern von Herzschrittmacher, Insulinpumpen oder anderen elektrisch betriebenen Implantaten kann sehr gefährlich sein. Menschen mit Herzstörungen jeglicher Art oder Nervenschäden sollten Violettstäbe auf keinen Fall benutzen. Im Kontext des BDSM-Konzeptes Safe, Sane, Consensual (SSC)wird eine Nutzung oberhalb des Halses zumeist in der Literatur abgelehnt. Die Nutzung an Schleimhäuten ist potenziell gefährlich und insbesondere an den Augen generell abzulehnen. Bei längerer Verwendung an der gleichen Körperstelle kann es zu Rötungen und Verbrennungen des Gewebes kommen.

BDSM Lexikon: Stromspiele, Violet Wand

 

Letzte Aktualisierung: 2019-10-24 19:17:23

Du hast noch Fragen oder möchtest mit uns über diesen Blogbeitrag im SMoRuN Forum diskutieren?

BDSM Forum – jetzt anmelden und dabei sein!

D.E.B.R.I.S ….. ist kein Spiel!

D.E.B.R.I.S Domination Enhanced Beyond Rule Induced Superiority – DEBRIS steht für eine extreme Form der Dominanz und Unterwerfung. Es entwickelte sich aus der CIS Spielart und sieht sich selbst als konsequente Weiterentwicklung von SSC und RACK hin zu einer umfassenden Betrachtung einer ganzen Lebensrealität, deren Bedeutungsumfang in der einzig verbliebenen Freiheit für einen Sklaven – zu gehen oder zu bleiben – als Singularität seiner selbst kumuliert.

Der Ursprung des Begriffs liegt ca. im Jahr 2002 und geht auf einen Schweizer D/S-Kreis zurück. Das Akronym DEBRIS bezeichnet dabei nicht zufällig Bruch, Trümmer, Müll – insbesondere auch im Zusammenhang mit den Überresten auf Schlachtfeldern. DEBRIS sieht sich selbst, als das was von einer Persönlichkeit bleibt, wenn in langen Kämpfen alle alten Strukturen und Gewissheiten eines Sklaven zerstört wurden.

D.E.B.R.I.S Domination Enhanced Beyond Rule Induced Superiority
Bildquelle: Pixabay

Auch heute noch übt DEBRIS eine eigentümliche Faszination auf BDSM interessierte Personen aus. Dabei geht es  weniger um die Bilder, die man noch im Internet finden kann oder die Fragmente der virtuellen DebrisX Community, die seit dem 31.01.2015 nicht mehr im Netz zu finden ist.

Es ranken sich seit dem eine Vielzahl von Geschichten um DEBRIS und dabei spielt es keine Rolle ob man sich im Umfeld der deutschen Galionsfigur HW (Benutzername in der SZ) und seiner Sklavin 1010 bewegt hat oder es sich um Personen/Gruppen handelt, die die Idee von DEBRIS für sich aufgegriffen und perfide verbessert haben.

Es ist vielmehr das Extreme, die Methoden und die konsequente Umsetzung im D/s, die den BDSM Mainstream scheinbar zum einfachen Fetisch-Sex degradiert, das immer noch einige BDSMler scheinbar magisch anzieht.

Das Ganze wird über die Jahre immer noch befeuert von dem Schweizer Marc Landolt, der auf seinem Blog Teile der DebrisX Webseite archiviert hat. Seine Beweggründe haben sich mir nie erschlossen, zumal er keine BDSM Seite im Internet hat, sondern offen über seine schizophrene Krankheit und deren Verlauf auf seiner Webseite berichtet.

Die Sehnsucht nach Unterwerfung

Bereits zehn Jahre bevor  DEBRIS in der BDSM Szene öffentlich in Erscheinung getreten ist, beschrieb die Autorin und Journalistin  Karin Dietl-Wichmann in Ihren Buch Hörigkeit (ISBN 3-453-04375-8) die Persönlichkeitsstrukturen und sexuellen Abweichungen im sexuell geprägten Sadomasochismus. Von der Lust an der Unterwerfung, die Sehnsucht nach Selbstaufgabe und sexueller Abhängigkeit – Fallbeispiele und Berichte von Betroffenen zusammen mit den Kommentaren eines Psychiaters und Psychoanalytikers.

Toxische Beziehungen, mit einer starken psychischen Abhängigkeit, sind bzw. waren keine Erfindung von DEBRIS. Sie haben mit DEBRIS nur einen Namen im BDSM bekommen. Neu ist jedoch, das durch DEBRIS Personen ganz gezielt in solche Beziehungen geführt  werden sollen.

Das Spiel mit der Macht

Aufgaben, Ausbildung und Rituale haben bei vielen Ihren festen Platz im D/s. Ganz nüchtern betrachtet, geht darum, das Gehirn des/der Subs z.B. in einer Session “auszuschalten” und je mehr verbale und physische Kontrolle man ausübt, desto leichter wird das gelingen. Als Spiel, Illusion oder Beziehungsmodell  und es spielt auch keine Rolle ob es nun SSC oder RACK ist, den die Basis bleibt die Einvernehmlichkeit, zwischen zwei Personen,  als zentrales und unverzichtbares Element im BDSM.

Es war vielleicht nur eine Frage der Zeit, wann einfache Rituale und Ausbildung durch fundierte psychologische Methoden zur unbewussten und gezielten Manipulation ausgetauscht wurden, um sich so eine “perfekte” Sub nach den eigenen Wünschen zu formen. Die entsprechenden Bücher und das Internet lieferten das notwendige Hintergrundwissen. Mit etwas Aufwand kann jeder interessierte die entsprechenden Manipulationstechniken, auch ohne Psychologiestudium, sich aneignen und perfektionieren.

Es ist deshalb nicht verwunderlich das im DEBRIS Handbuch, eine Literaturliste mit ca. 180 Büchern als Anhang existiert, die sich thematisch nicht nur psychologisch mit Masochismus bzw. Sadomasochismus, sondern ganz gezielt mit Themen zu Erziehung, Hörigkeit, Konditionierung und Manipulation bis hin zu Gehirnwäsche beschäftigen. Schnell wird klar, das die Personen hinter DEBRIS keine dumpfen Haudrauf waren, sondern intelligente Köpfe, die einen teuflischen Plan perfektioniert haben.

Glaube nicht alles, was Du denkst, Du weißt nicht, wer Dich konditioniert hat!

Der Begriff Konditionierung stammt aus der Lernpsychologie und beschreibt zusammengefasst ein Reiz-Reaktions-Verhalten. Wir unterscheiden zwischen klassischer und operanter Konditionierung, die sowohl bei Menschen als auch bei Tieren funktioniert. Konditionierung beginnt bereits im Kindesalter. Sie zieht sich weiter durch unser Leben, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen und oftmals nicht beeinflussen können.

Auch im BDSM und speziell im D/s wird auf Techniken der Konditionierung zurückgegriffen (bewusst oder unbewusst), um unser Gegenüber, den devoten Partner zu beeinflussen und in die gewünschte Richtung zu lenken, in Beziehungen aber auch in reinen Spielszenarien.

In DEBRIS erfolgt eine Konditionierung erst als 2. Phase, im Rahmen einer Abrichtung, den die direkte  Manipulation und Veränderung einer Person hat bereits stattgefunden. Dabei wird eine  völlige Persönlichkeitsänderung bzw. Zerstörung billigend in Kauf genommenen. Die dazu benötigten Manipulationen bzw. Techniken wurde bereits in der Vorphase der sogenannten Exploration ausgewählt. Die Exploration setzt dabei niemals auf einen zufälligen Erfolg, sondern baut auf nüchterner Planung und Strategie auf, die eine Erfolgsmaximierung versprechen.

Manipulation – der Weg in die Konditionierung

Exploration als Begrifflichkeit in DEBRIS bezeichnet die bewusste und gezielte Suche nach potenziellen Sklaven/Sklavinnen in der Vorphase, also weit vor der eigentlichen Konditionierung. Diese Suche zielt dabei in der Regel NICHT auf Personen, die bereits Teil der BDSM-Szene sind, sondern auf Menschen, die aufgrund persönlicher Disposition  für die Abrichtung geeignet scheinen.

Explorationsfelder sind, nach dem DEBRIS Handbuch dementsprechend, das persönliche Umfeld, bzw. die freie Wildbahn der Single Börsen!  Typische BDSM-Communitys sind dagegen für die Akquisition eines Sklaven oder einer Sklavin als noch zu formendes Wesen eher ungeeignet.

Es wird also ganz gezielt nach Opfern, Personen die nach Persönlichkeitstyp bzw. Persönlichkeitsstrukturen leicht zu manipulieren sind, gesucht um diese gezielt in eine  Hörigkeitsbeziehung zu führen.

D.E.B.R.I.S ist kein Spiel!

Auch, wenn es im DEBRIS die Regel vorhanden ist, das jede Form der Abrichtung oder Konditionierung nur mit ausdrücklicher Zustimmung aller Beteiligter und in voller Kenntnis der Risiken angewandt werden darf, ist es zu bezweifeln, das sich die betroffenen Personen über die Tragweite solcher Entscheidungen bewusst sind. Es steht der allgemeine Vorwurf im Raum, das beteiligte Personen bereits durch psychische Manipulation in eine DEBRIS Konstellation geführt werden.

Obwohl die Voraussetzungen für legitime BDSM-Handlungen klar sind, stellt sich bei DEBRIS schnell die Frage, inwieweit sich Handlungen im DEBRIS noch mit der allgemeinen Gesetzgebung vereinbaren lassen.

Sie auch

Rechtslage im BDSM

BDSM Lexikon: DEBRIS

Letzte Aktualisierung: 2019-09-24 16:39:41

Du hast noch Fragen oder möchtest mit uns über diesen Blogbeitrag im SMoRuN Forum diskutieren?

BDSM Forum – jetzt anmelden und dabei sein!

Topping from the bottom?

Der Begriff “Topping from the bottom” heißt übersetzt nichts anderes als „Führung von unten. Die Führung von unten bedeutet im BDSM Kontext, den dominanten Partner durch bestimmte Aktionen zu gewünschten Reaktionen zu bringen.  Das basiert auf einer einfachen Grundregel des menschlichen Miteinanders, das Verhalten immer eine Reaktion bewirkt.

Topping Sub
Bildquelle: pixabay

Im BDSM spricht man auch ganz allgemein von „Topping from the bottom“, wenn die Erfüllung der Wünsche und Fantasien des/der Subs im Vordergrund stehen und Top nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. In diesen Zusammenhang fällt dann auch schnell der Begriff „Wunschzettel Sub“.

Der oder die Wunschzettel Sub

In den BDSM Communitys ist die Wunschzettel Sub relativ einfach zu erkennen. Sie weiß am besten wie ein Dom oder Top sich zu benehmen hat und spricht gerne über Ihre jahrelangen Erfahrungen. Sie sieht sich gerne als “Mentor” für die Anfängerinnen und sich selbst als das größte Glück überhaupt für jeden Mann. Überspitzt gesagt müssen wir ihnen dankbar dafür sein, dass sie sich einen Dom devot hingeben. Und wehe ein Dom oder Top schreibt etwas, das nicht Ihren Vorstellungen entspricht, der wird dann schnell und einfach virtuell abgewatscht. Für diesen meist weibliche Vertreter einer Wunschzettel Sub, funktioniert D/s nach einer einfachen Regel – I have the pussy so I make the rules!

Erfüllungsgehilfe

Nüchtern betrachtet bestimmt Sub ohnehin den Rahmen des Spiels – durch die Tabus den äußeren und durch die Grenzen den inneren Rahmen. Zu beider Zufriedenheit hält sich Dom an diesen Rahmen – lässt dieser ihm doch im Allgemeinen genug Gestaltungsspielraum. Die Wunschzettel Sub geht jedoch darüber hinaus. Sie bestimmt nicht nur den Rahmen, sondern den auch den Ablauf einer Session. Sie macht Dom zum Erfüllungsgehilfen Ihrer/seiner Fantasien und Vorlieben.

 

Dom Erfüllunsgehilfe
Bildquelle: SMoRuN

In der Theorie hört sich das nach einen ziemlichen Fiasko für jeden Top an. Aber wie sieht es mit der Praxis aus? Wo fängt „Topping from the bottom“ an und wo hört es auf?

Beziehungsebene

Wir z.B. pflegen einen sehr Partnerschaftlichen Umgang in unserer BDSM Beziehung. Wir haben einige wenige Regeln und Rituale. Wir kommunizieren auf der Beziehungsebene als gleichwertige Partner. Dadurch ergeben sich oft Gespräche über verschiedene SM-Praktiken, Techniken, Spielzeuge, SM Clubs und so weiter. Wir thematisieren gerne unser BDSM, sprechen offen über unsere Sehnsüchte, Vorstellungen und Wünsche.

In einer Session selbst dulde ich jedoch keine Mitsprache. Da ist die Rollenverteilung eindeutig und wir befinden uns im Dom-Sub-Verhältnis. An meine Regeln muss sie sich, ohne Wenn und Aber halten. Gerne baue ich Ihre Vorstellungen mit ein, über das wann, wie und wo bestimme ich jedoch alleine.

Diese indirekte Art, die Wünsche meiner Sub in eine Session einfließen zu lassen, ist für mich eine Form von Respekt bzw. Wertschätzung meiner Sub und hat für mich selbst wenig mit einem „Topping from the bottom“ zu tun.

D/s Beziehung

Für Personen, die in einer  24/7 Beziehung leben, wäre die Mitsprache der Sub auf der Beziehungsebene vielleicht schon ein No-Go Sie sind es meiner Meinung nach gewohnt, dass Ihre Sub alles tut, was verlangt wird. Wunschzettel oder sogar Widerworte sind für sie eher fremd. Eine Sub die Ihre Neigung lebt, wird auch nie auf die Idee kommen, Ihren Dom Vorschriften zu machen. Nach Ihrer Vorstellung gehört sich dies einfach nicht.

Sein wir doch mal ehrlich

Die Frage, wo fängt „Topping from the bottom“ an und wo hört es auf, muss letztendlich jedes Paar für sich entscheiden. Eine allgemein gültige Definition gibt es eben zu wenig, wie die Regeln aus dem großen schwarzen Buch des BDSM!

 

Letzte Aktualisierung: 2019-09-14 00:21:25

Du hast noch Fragen oder möchtest mit uns über diesen Blogbeitrag im SMoRuN Forum diskutieren?

BDSM Forum – jetzt anmelden und dabei sein!