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Die geläufigsten Schlagwerkzeuge

Gerten, Springstock, Paddle, Tawse, Flogger und Rohrstock, Teppichklopfer und Gürtel.

 

Flogger und Co
Bildquelle: SMoRuN

Ob Peitsche, Gerte oder Paddel, jedes Schlagwerkzeug kann beim BDSM auf seine ganz spezielle Art verwendet werden. Ob zur Bestrafung oder schlichtweg, um den oder die Sub zu führen bzw. zum “streicheln”. Schlagwerkzeuge haben beim BDSM eine besondere Bedeutung und drücken vor allem die Dominanz des Tops aus. Es geht dabei nicht nur primär um die Schmerzen, sondern um eine Form der sexuellen Unterdrückung des unterwürfigen Partners.

Der Einsatz von Schlagwerkzeugen beim BDSM darf nur mit dem Einverständnis des unterwürfigen/devoten Partners erfolgen. Alles andere wäre eine Körperverletzung, die juristische Konsequenzen nach sich ziehen kann. Während einer Session ist es besonders wichtig, den Partner nicht zu verletzen. Auch sollte die Session abgebrochen werden, wenn der/die Sub das Safeword von sich gibt. Denn Schlagen mit Schlagwerkzeugen kann doch sehr heftig sein.

Die psychologische Komponente sollte auch nicht vernachlässigt werden. Das Schlagen (beispielsweise Hiebe auf den Hintern) könnten beim Sub traumatische Kindheitserinnerungen hervorrufen. Darauf sollte der Dom/me vorbereitet sein, dass er eine Session im Zweifel auch abbricht, wenn es notwendig ist (siehe Absturz).

1. Gerten, Reitstock

Die Gerte ist eigentlich das Einsteiger Schlagwerkzeug für zarte bis harte “Streicheleinheiten” im BDSM. Sie gibt es in verschieden Ausführungen und Längen. Gerten aus dem Reitsportgeschäft, die speziell für den Pferdesport gedacht sind, sollten aber nur von einem erfahrenden bzw. geübten BDMer eingesetzt werden.

Der Reitstock ist deutlich weniger elastisch als normale Gerten. Dies erlaubt in Verbindung eine besonders präzise Führung beim Schlagen aus dem Handgelenk. Der verursachte Schmerz ist, wie bei der Gerte von der breite und Ausführung der Klatsche/Schlag abhängig.

2. Reit- oder Springgerte

Wie Fast allen Reitgerten ist der ummantelte Kern aus extrem biegsamen Fiberglas gemeinsam, je nach Preis und Ausführung. Die Ummantelung ist meist aus Leder oder Kunststoffgeflecht gefertigt. Die optimale Länge beträgt 70 bis 80 cm. Reitgerten mit gerade auslaufendem Ende haben an Ihrem Ende meist noch eine kurze Schnur. So eine Gerte hat, bedingt durch die extreme Biegsamkeit, eine geradezu verheerende Wirkung/Folgen. Egal ob bekleideter oder nackter Po, die Reitgerte zieht einfach sehr heftig.

3. Paddle

Breites, kurzes Schlagwerkzeug meist aus Leder oder Holz. Das Leder-Paddel wird aus dickem, sehr steifen Leder hergestellt. Die Wirkung kann bei entsprechendem Einsatz wirklich hart strafend sein. Ein Paddle ist aber gut dosierbar.

4. Tawse

Die klassische Tawse ist von Ihrem Ursprung her schottischer Herkunft. Es handelt sich hierbei um eine Art Riemen, der aus dickem, festem Leder gefertigt ist. Die Länge beträgt ca. 40 cm und die Breite der Schlagfläche etwa 7 cm. Andere Größen sind natürlich auch sehr reizvoll. Am vorderen Ende ist die Tawse in der Mitte zweigeteilt. Dadurch hat man zwei gleich große Riemen, die gut die Hälfte des Instrumentes lang sind. Die Tawse verursacht aufgrund Ihrer Beschaffenheit ein ziemliches Brennen auf den betroffenen Stellen. Der Schmerz erinnert an die berühmten “tausend Nadelstiche”. Durch die glatte Oberfläche ist die Verletzungsgefahr äußerst gering. Sie verursacht auch auf dem bekleideten Po noch heftigste Schmerzen.

5. Flogger

Flogger gibt es in ganz vielen, verschiedenen Ausführungen unterscheiden kann man in Floggern, schweren Floggern, Riemenpeitschen und Katzen. Häufig werden all diese Peitschen unter dem Oberbegriff Flogger vereint, da der Aufbau sehr ähnlich ist. Allerdings variiert die Wirkung durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Tails sehr unterschiedlich. Von ganz sanft, z.B. als Intimpeitsche (Snuggel), bis ganz hart und/oder schwer. Auch die Länge variiert stark, ebenso die Anzahl der Riemen.

Flogger
Bildquelle: SMoRuN

Flogger mit Soft-Leder oder Wildleder sind besonders für das “Warmmachen” bzw. für die Intimbereiche geeignet. Auch Einsteiger schätzen diese sehr, da sie wenig heftig in der Wirkung sind und wenige oder gar keine Striemen entstehen.

6. Rohrstock

Rohrstöcke sollten aus Thairohr oder Manilarohr sein. Der einfache Bambusstab aus dem Gartencenter, könnte bei heftiger Benutzung splittern, deshalb sollten gerade Anfänger diesen nicht benutzen. Natürlich gibt es auch mit Gummi überzogene Rohrstöcke oder welche aus Metall oder Fiberglas bzw. Makrolon. In Sachen Wirksamkeit sind die Rohrstöcke aus Metall oder Fiberglas eine sehr heftige Alternative zu dünnen Rohrstöcken. Der erzeugte Schmerz ist ausgesprochen scharf, die hinterlassenen Spuren kaum zu übersehen.

Rohrstock
Bildquelle McHurt

Die Länge liegt meist bei 1 m, kann aber gekürzt werden, je nach Geschmack. Es gibt geschälte und ungeschälte Rohrstöcke. Geschälte sind biegsamer. Rohrstöcke werden immer liegend aufbewahrt, stehend erinnern sie bald an eine Banane. Gewässerte Rohrstöcke sind biegsamer.Treffen üben vor der Anwendung Schlagtechnik aus dem Handgelenk bei starren Rohrstöcken auch mit dem ganzen Arm möglich.

Je nach stärke hat der verursachte Schmerz einen unterschiedlichen Charakter

  • 5 mm (der Schneidende)
  • 6 mm (der Scharfe)
  • 8 mm (der Bissige)
  • 10 mm (der Gemeine)
  • 12 mm (der Nachdrückliche)
  • 16 mm (der Dumpfe)
  • 18 – 20 mm (der Massive)

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Sicherheitshinweis: Rohrstöcke gehören zweifellos zu den Schlaginstrumenten mit heftiger Wirkung.

7. Teppichklopfer

Die klassischen Teppichklopfer sind aus äußerst flexiblem Rattan bzw. Weide gefertigt, welches am Stil und auf der Schlagfläche kunstvoll geflochten ist. Der Teppichklopfer ist einer der absoluten Klassiker unter den Züchtigungsinstrumenten im BDSM. Er eignet sich ganz hervorragend dazu, den Hintern des Partners zu bearbeiten.

8. Gürtel und Riemen

Bei moderne Gürteln heutiger Machart kann man die Wirkung/Folgen gut dosieren. Dies geht von sehr moderat bei handelsüblichen Gürteln aus Kunstleder bis sehr hart bei Armeekoppeln aus dicken Leder. Bei Schlagen mit dem Gürtel ist allerdings erhöhte Vorsicht und Konzentration geboten, da ein Gürtel oder Riemen im Gegensatz zu festen Instrumenten frei schwingt, d. h. die größte Wucht des Schlages geht vom nach schwingenden Ende des Riemens aus.

Wer unsicher ist, sollte sich im Fachhandel persönlich beraten lassen. BDSM Online-Shop mit Ladengeschäft:

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Letzte Aktualisierung: 2020-12-17 12:20:34

Aufwärmen – Spanking

Spaß soll es machen… und zwar für beide! Das sollte das Hauptmotto einer Session sein.

“Endorphin” heißt das Stichwort. Endorphine regeln den Schmerz und den Hunger. Sie sind auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Sexualhormonen zu sehen. Eine Endorphinausschüttung ist auch der Grund, warum bei schweren Verletzungen zumeist am Anfang kein Schmerz empfunden wird. Übrigens werden Endorphine auch beim “Küssen” ausgeschüttet. Deswegen werden sie wohl auch Glückshormone genannt.

Endorphine entstehen bei einer Session nicht gleich von Anfang an. Ca. 10 min bis 30 min braucht das schon. Deshalb ist ein behutsamer Einstieg für ein lustvolles Spiel sehr wichtig. Diese sogenannte Aufwärmphase sollte anfänglich mit großflächigen Instrumenten bewerkstelligt werden. Die Hand, ein großflächige Paddle oder ein weicher Flogger bieten sich hierfür an. Dies fördert auch eine stärkere Durchblutung der entsprechenden Stellen und “wärmt” diese vor. Verletzungen werden so vermieden und man kann eine entsprechende Striemenproduzierung verringern.

BDSM Aufwärmen
Bildquelle: SMoRuN

Ganz allgemein definiert man im BDSM Aufwärmen mit  den sich langsam steigernde Schläge innerhalb der Wohlfühlgrenzen des Passiven zu Beginn einer Session (oder nach einer längeren Schlagpause).

Das Aufwärmen dient im Wesentlichen drei Zwecken:

  • dem sanften Anheben der allgemeinen Schmerzgrenze durch die Stimulation der Endorphinausschüttung
  • Einer temporären Betäubung der Nerven im Bereich der Schlagfläche durch Überreizung und somit einer lokalen Verringerung der Empfindlichkeit.
  • Regt diese intensive Massage der Schlagfläche dort die Durchblutung und Immunbereitschaft an. Das heißt, dass Verletzungen des Gewebes wie Striemen und Hämatome weniger leicht entstehen und nach dem Spiel auch schneller wieder abklingen. Um Spanking mit möglichst wenig Spuren durchzuführen, sollte/kann vor härteren Schlägen ausführlich aufgewärmt werden.

Das Aufwärmen im BDSM hat den Zweck, den Körper und die Psyche zu aktivieren und auf die Belastungen in der Session vorzubereiten. Einige BDSMer verzichten bewusst auf ein Aufwärmen und haben für ihre SM Session einen anderen Ansatz.

Gründe gegen das Aufwärmen

  • Es soll mehr Spuren geben (ja manche mögen die eben)
  • Ein normal warmer und durchbluteter Muskel ist nicht weniger verletzungsgefährdet als ein aufgewärmter was SM-typische Schlageinwirkung anbelangt
  • Die Hormonausschüttung kann ebenfalls anders erzeugt werden, zum Beispiel in dem man Sub vom Kopf, also mental her mit D/s vorbereitet.
  • Hormone wie Adrenalin dürften ohne langsames Aufwärmen noch stärker ausgeschüttet werde.

 

Letzte Aktualisierung: 2020-12-02 23:06:26

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