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Rituale im BDSM – Das Spiel mit der Macht

Bei D/s geht es darum, dass sich ein Partner für bestimmte Zeit einem anderen ausliefert und unterordnet. Dieser Machtaustausch kann sich in vielfältiger Form äußern. Diese Spiele mit der Macht beinhalten typischerweise, dass der/die Dom/me über den/die Sub befiehlt und eventuelles Fehlverhalten bestraft wird. Je nach den persönlichen Vorlieben kann dieses Spiel sehr unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Das Spiel mit der Macht über den Partner ist wie das Spiel mit Feuer – ist man zu vorsichtig, ist es langweilig, passt man nicht auf, verbrennt man sich sehr leicht die Finger.

Es ist oft illusorisch anzunehmen, dass jeder sofort in seine Rolle fällt, sobald eine Session mit dem Partner anfängt. Wichtig ist, sich vom Alltagsstress freizumachen. Einfache Rituale können helfen, schnell in einen entspannten Zustand zu kommen und sich in seiner Rolle einzufinden.

BDSM Rituale

Ein Einstiegsritual kann für beide das Signal sein, das nun eine Session beginnt und der eine sich dem anderen eine Zeit lang ausliefert. Dom kann Sub als Zeichen dessen Unterwerfung sein Halsband oder auch Fessel Manschetten umlegen.

Spiel mit der Macht
Bildquelle: SMoRuN

Ein anderer möglicher Einstieg ins Spiel ist, Sub in der Ecke in demütiger Haltung knien zu lassen. So hat er/sie Zeit, zur Ruhe zu kommen und sich in Gedanken schon mal auf das Spiel einzulassen.

Sub knieend - BDSM Rituale
Bildquelle: SMoRuN

 

Dom hat inzwischen Zeit, das Opfer der Begierden zu betrachten, sich Bosheiten einfallen zu lassen und letzte Vorbereitungen zu treffen – nichts ist für die Kreativität des Aktiven förderlicher, als alles, was man zum Spielen braucht, griffbereit zu haben. Manchmal hilft auch ein Blick in dem Spielzeug Koffer, um zu wissen, wie es weitergehen wird.

Auch ist es gut, als Dom Ruhe auszustrahlen, Sub vielleicht anzufassen, ihm/ihr die Aufregung nehmen. Manchmal hilft es, sich einfach wie ein Dom zu benehmen. Sei bestimmend, fordere deine(n) Sub. Du kannst ihn/sie an der Schulter auf den Boden drücken, ihn/sie deine Füße küssen lassen oder ihn als Zeichen deiner Zuneigung von oben herab küssen und wenn du ihm/ihr befiehlst: “Steh’ auf!”‘, kannst du dies mit einem sanften Druck unter sein Kinn untermauern.

Anweisungen in der Session

Gib Sub klare Anweisungen, über die er/sie vor dem Ausführen nicht nachdenken muss. Sage nicht

“Leg’ dich aufs Bett'”,

sondern

“Leg’ dich auf den Rücken aufs Bett, spreiz die Beine und strecke die Arme hoch zum Kopfende!”

Denk daran, es geht darum, das Gehirn des/der Sub “auszuschalten” und je mehr verbale und physische Kontrolle du ausübst, desto leichter wird das gelingen. Sage auch explizit, was du von ihm/ihr willst, um angetörnt zu werden. Vermutlich wirst du schon allein dadurch, dass du diese bestimmende Rolle einnimmst, erregt werden und dich zunehmend dommig fühlen.

Gleiches gilt natürlich auch für den oder die Sub. Wenn Sub sich erregt gibt und dem Partner signalisiert, dass er/sie bereit ist, die Kontrolle an den Partner abzugeben, kann dies allein schon erregen und helfen, sich auf das Spiel einzulassen. Dom/me hilft es ganz sicher, sich in seine Rolle zu finden.

Ohne vorherige Planung eine D/s Session zu starten, ist eher etwas für erfahrene BDSMer, die auf ihr Wissen, ihre Kreativität und ihre Erfahrung aus früheren Session vertrauen dürfen. Als Einsteiger im BDSM bzw. D/s kann es am Anfang hilfreich sein, Rituale aus Vorlagen zu übernehmen, um zu sehen, was für beide passen könnte. Mit der Zeit wird jedes Paar seinen eigenen Stil im D/s entwickeln und sicherlich das eine oder andere Ritual wieder verwerfen.

Was bei vielen, die ich persönlich kenne, oft bleibt ist ein festes Ein- und Ausstiegs-Ritual für den Anfang und das Ende einer Session.

Letzte Aktualisierung: 2021-01-05 21:07:14

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Aufgaben – Das lustvolle Spiel mit der Macht

Der Reiz bei den Aufgaben liegt grundsätzlich darin, dass sich eine devote Person (Sub) einer dominanten Person Dom oder FemDom einvernehmlich unterwirft.

Das Ausleben des Machtgefälles kann sich auf die eigenen vier Wände beschränken oder sogar die Öffentlichkeit zur einer BDSM-Spielweise machen. Abgesehen vom gesunden Menschenverstand sind der Fantasie oft keine Grenzen gesetzt.

Ein gewisses Risiko bestimmt den Reiz der Aufgaben im BDSM maßgeblich mit – aber der größte Lustgewinn steckt für viele genau darin, kurz unterhalb kritischer Grenzen oder in der Semiöffentlichkeit zu bleiben.

Lust und Fantasie

Aufgaben im BDSM und ganz speziell im D/S leben natürlich von der kreativen Lust und einem ganz individuellen Integrieren der eigenen Persönlichkeiten, Lebenssituationen und Vorlieben – was für die eine Sub eine Herausforderung ist, kostetet der andern Sub nur ein müdes Lächeln. Fleißiges und lustvolles Ausprobieren gehört also definitiv auch dazu!

aufgaben
Bildquelle: Pixabay

Nimm dir Zeit und lerne deine Sub wirklich kennen, rede mit ihr. Über ihre Gefühle, Ängste, Fantasien und Träume. Nutze dieses Wissen und mit etwas Erfahrung ergeben sich damit immer wieder neue Aufgaben. Führe deine Sub behutsam an ihre Grenzen, spiele z.B. mit ihren Schamgefühlen und stelle Sie damit vor neuen Herausforderungen.

Spiel mit der Scham

Das Spiel mit der Scham sind im Rahmen von D/S Szenarien eine beliebte Praxis: Sub soll etwas tun, das ihr die Schamröte ins Gesicht treibt. Was das im einzelnen ist, ist von Person zu Person verschieden. Doch gibt es ja recht allgemein verbreitete gesellschaftliche Tabus, die sich nutzen lassen. Aufgaben mit Entblößung, mit Sich-präsentieren-müssen, Dirty Talk, ungewohnte geile Handlungen, die eine “anständiger Mensch” gar nicht kennen darf, und einiges mehr.

Demütigung und Erniedrigung

Der Übergang zum Public Disgrace ist bei Aufgaben mit der Scham fließend. Hierbei wird der/die Sub öffentlich gedemütigt und zur Schau gestellt. Sei es durch freizügige Kleidung, verbal oder durch erniedrigende Körperhaltungen, die vom Top als Aufgabe eingefordert werden – wobei die Aufgabe auch die Strafe sein kann.

Emotionen

Aufgaben demonstrieren die Macht des Tops über den Bottom. Bleibe dabei immer realistisch, es ist ein Spiel mit der Macht. Die Aufgaben sollen den/die Sub fordern aber immer im Bereich das tatsächlich machbaren bleiben. Emotionen sind für BDSM und sinnlich-dominierende Aufgaben wichtig, aber „böse“ Emotionen sollten hier keinen Platz haben! Wer einen ernsten und nachhaltigen Beziehungsstreit hatte, sollte nicht ohne ein klärendes Wort in die BDSM-Rollen schlüpfen und sich nicht bei den Aufgaben austoben.

Anregungen

Wer etwas Anregung für sein eigenes Kopfkino benötigt, der sollte einen Blick in “Das Buch der Strafen – 222 erotische Aufgaben und Strafen” von Andreas Woschofius werfen. Woschofius ist für viele eine absolute SM-Szenegröße. Nach dem Erfolg des ersten Teils, der sich monatelang auf Platz 1 bei Amazon in den Bereichen SM und Beziehungen festsetzte, präsentiert der Autor dann auch schnell den zweiten Teil, “Das Buch der Strafen 2- 365 Strafen – Eine Strafe für jeden Tag

In einen Podtcast von Lustgewinn reden Marie und Michel über Aufgaben im BDSM. Darüber, wie wichtig sie als Bestandteil einer Spielbeziehung sein können, um sich selbst und den anderen kennenzulernen. Wie gut man damit die Grenzen des devoten Part ausloten kann und wie sehr sie die Bindung zueinander stärken können – einfach mal reinhören.

Marie und Michel haben jeder einen eigenen Blog. Marie unter Herzinfucked und Michel unter Eisbär-Dom und sein BDSM.

Letzte Aktualisierung: 2021-01-05 21:07:14

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