Paraphile

So nennt man sexuelle Fantasien und Vorlieben, die von der Norm abweichen, einem starken Drang entspringen und bei Betroffenen oder Opfern Leid hervorrufen. Das Diagnosesystem ICD-10 listet neben Exhibitionismus und Pädophilie auch Sadomasochismus als Störung der Sexualpräferenz auf. Die Kategorie gilt unter Fachleuten als umstritten: Die Länder Dänemark, Schweden und Norwegen haben einige dieser Störungen aus ihrer Liste offiziell anerkannter Diagnosen entfernt.

Mit der Veröffentlichung des DSM-5 im Jahr 2013 wird ihnen nicht mehr grundsätzlich Krankheitswert zugeschrieben, sondern nur noch dann, wenn sie bei der betroffenen Person mit Leidensdruck einhergehen oder nicht sozialverträglich sind, also die Gesellschaft schädigen. Unterschieden wird heute zwischen der nicht pathologischen Paraphilie (paraphilia) und der pathologischen paraphilen Störung (paraphilic disorder).

Sadomasochisten

Allgemeine Bezeichnung für Mitglieder einer sexuellen Minderheit, die neben dem “normalen” Sex eine Erregung aus Spielen mit Machtgefälle und Schmerzen beziehen.

Diese Bedeutung und der Begriff “sadomasochistische Subkultur” hat sich erst in den letzten Jahren durch Sadomasochisten selbst, sowie durch die Arbeiten von Soziologen (z.B. die “Trierer Studie” von Wetzstein und anderen) herausgebildet. Auch heute gelten Sadomasochisten in der breiten Gesellschaft oft als pervers oder “abnormal”, doch ist festzustellen, dass der Begriff weitaus weniger negativ behaftet ist, wie noch vor 20 Jahren. Moderne Medien und ein immer mehr aufgeklärtes Denken hat zu einer zunehmenden Akzeptanz des Sadomasochismus in der Mitte der Gesellschaft geführt.