Kerkerhaltung

Spielar des BDSM, oft Kopfkino von männlichen Subs.Obwohl sich inzwischen auch einige webliche Sub dafür erwärmen können.

Gemeint ist natürlich das Verwahren des/der Sub über einen längeren Zeitraum in einem “Kerker” oder in einer “Zelle”.

Wer sich ernsthaft für dieses Rollenspiel interessiert, sollte sich genaue Gedanken über die Örtlichkeit mache. Wer eine entsprechende Location dafür mieten will, ,sollte diese zunächst vor Ort begutachten um nicht evtl später unangenehm enttäuscht zu werden.

Auch sollte man sich vorher über den Zeitraum Gedanken machen. Oft kommt es zu Abbrüchen des Spiels, weil mal wieder die Fantasie stärker war als der Verstand und ein stundenlanges oder gar tagelanges Verweilen in einem Kerker in der Realität dann doch etwas ganz anderes ist.
Auch bestehen Sicherheitsbedenken bei all zu sorglosen Tops, die ihrer Verantwortung und Aufsichtspflicht nur unzureichend nachkommen.
Subs, die dauerhaft und länger eingesperrt sind, müssen ständig “überwacht” werden, denn Verantwortung für ihre Sicherheit und Gesundheit hat stetig Vorrang.

Idealerweise verfügt der Raum über 1-2 Webcams, doch zumindest ein so genanntes Babyphone sollte benutzt werden.

Keuschhaltung

Mit Keuschhaltung wird eine Sexualpraktik des BDSM bezeichnet, bei der der Partnerin oder dem Partner über einen längeren Zeitraum der Orgasmus verweigert wird. Es handelt sich bei der Keuschhaltung also um eine extreme Spielart der sogenannten Orgasmuskontrolle.

Klassischerweise wird zur Keuschhaltung ein Keuschheitsgürtel verwendet, der je nach geplanter Dauer und je nach Geschlecht des Keuschlings von sehr unterschiedlicher Beschaffenheit sein kann. Für kurzzeitige Keuschhaltung sind preiswertere Modelle aus Latex oder Leder Standard. Soll sie über einen längeren Zeitraum stattfinden, empfehlen sich höherwertigere (und damit kostspieligere) Produkte aus Metall oder Polycarbonat. Ein wichtiger symbolischer Aspekt dieser Vorrichtungen zur Keuschhaltung ist das eingebaute Schloss in unmittelbarer Genitaliennähe. Den Schlüssel zu diesem Verschluss nimmt während der Keuschhaltung der dominante Partner an sich, er oder sie wird damit zum Keyholder, also zum Schlüsselhalter.

Viele BDSMler verstehen die Keuschhaltung als eine anregende Art des Erziehungsspiels, bei dem der Keuschling mittels Kontrolle seiner Libido zu stärkerer Folgsamkeit gegenüber dem Aktiven gezwungen wird. Weil sich während der Zeit der Keuschhaltung ein unter Umständen unangenehmer sexueller Druck aufbaut, der aufgrund des Keuschheitsgürtels nicht durch Masturbation abgebaut werden kann, entwickelt sich bei einigen Keuschlingen ein besonders starker Wunsch, dem Keyholder zu gefallen, so dass dieser eine (vorübergehende) Beendigung der Keuschhaltung herbeiführt und der heißersehnte Orgasmus erlebt werden darf. Natürlich macht der Aktive sich diese Haltung gerne zu nutze, indem der Passive während der Keuschhaltung besonders erniedrigende Aufgaben erhält um seinen Gehorsam unter Beweis zu stellen. Forced-Bi Szenarien sind ein Beispiel für demütigende Situationen, die unter diesem Aspekt einen besonders erfolgreichen Ausgang versprechen.

Da die Keuschhaltung lediglich einen längeren Verzicht auf den erlösenden Orgasmus bedeutet, nicht aber Abstinenz von sexueller Erregung – im Gegenteil, sehr viele Keyholder lieben es, gerade während der Keuschhaltung besonders starke und regelmäßige sexuelle Reize auszuüben – müssen auch medizinische Aspekte Beachtung finden. Vor allem dann, wenn die Keuschhaltung über mehrere Wochen oder sogar Monate aufrecht erhalten werden soll. Es ist erwiesen, dass zumindest bei männlichen Keuschlingen gesundheitliche Probleme durch die Keuschhaltung entstehen können. Zum einen wird durch die meisten Peniskäfige, die während der Keuschhaltung getragen werden, eine Erektion schmerzhaft unterbunden. Diese ist aber für die optimale Durchblutung des männlichen Geschlechtsteils essentiell. Einige Passive klagen daher darüber, während der Keuschhaltung sehr schlecht schlafen zu können, da diese unwillkürlichen Erektionen hauptsächlich nachts stattfinden. Zum anderen scheint eine regelmäßige Ejakulation für die Gesundheit der Prostata wichtig zu sein. Durch die Praktik des „Abmelkens“ kann letztere Komplikation aber vermieden werden.

Ein weiterer Aspekt den es vor einer geplanten Keuschhaltung zu bedenken gilt, ist der der Hygiene, da sich der passive Partner je nach Vorrichtung natürlich während der Keuschhaltung nur grob selbst reinigen kann. Allerdings lässt sich dieses Manko leicht zu einem Vorteil verkehren, wenn das Wasch-Ritual während der Keuschhaltung zu einem sexuell erregenden Moment umgedeutet wird.

Keuschheitsgürtel

Englisch chastity belt

Der Keuschheitsgürtel wurde um 1400 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Damals sollte der Keuschheitsgürtel die Ehefrau zur Enthaltsamkeit zwingen, während der Mann an den damaligen Kreuzzügen teilnahm. Es wird aber vermutet, dass er auch im Mittelalter bereits als Sexspielzeug und Folterinstrument diente. Es ist auch wahrscheinlicher, dass der Keuschheitsgürtel nicht zur Keuschhaltung für die lange Zeit eines Kreuzzugs eingesetzt wurde. Schon alleine aus hygienischen Gründen wäre dies absurd.

Heute dient der Keuschheitsgürtel als Spielzeug im BDSM Bereich. Dabei wird der Gürtel vom Top eingesetzt um den Bottom den Geschlechtsverkehr und die Masturbation zu verweigern und so zu Foltern. Besonders beim Mann kann das längere tragen eines Keuschheitsgürtels (bzw. Peniskäfig) zu großen Schmerzen führen, da der Körper besonders Nachts mehrfach Erektionen erzeugt, die durch einen Peniskäfig unterdrückt werden.

Den Top nennt man auch Schlüsselhalter, denn er hat die Kontrolle über den Schlüssel, der zum Öffnen des Keuschheitsgürtels benötigt wird und entscheidet ob er sein Bottom frei lässt um ihm/ihr sexuelle Freizügigkeit gewährt.

Moderne Keuschheitsgürtel bestehen meistens aus Edelstahl überzogen mit Gummi oder Leder, um ein Wundscheuern zu vermeiden. Die neuesten Varianten werden aus Glasfasermaterial oder Plexiglas auf den Träger angepasst und für längeres Tragen mit einer Schicht antibakteriellem Silicon beschichtet. Diese Keuschheitsgürtel sind auch so flach, dass sie problemlos in der Öffentlichkeit unter der Kleidung versteckt werden können.

Keyholder

Zu deutsch Schlüsselinhaber

Zur Disziplinierung oder Bestrafung werden Subs im Rollenspiel keusch gehalten und ihnen wird jede sexuelle Erregung ohne Erlaubnis des/der Tops untersagt.

Der Handel bietet heute viele spielerische Varianten des aus dem Mittelalter stammenden Keuschheitsgürtel aus Leder oder Metall.
Der Gürtel wird mit einem Schloss gegen unbefugtes Öffnen gesichert und der Schlüssel wird vom Keyholder verwahrt.

Der Keyholder kann der/die Top selbst sein, er/sie kann aber auch eine dritte Person zum Keyholder ernennen.