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Einfach nur reden mit Sara

 

Einfach nur reden mit Sara

Mein alter Schulfreund Eric, dessen Eltern Madagassen waren und der selbst in der Nähe von Paris seine Kindheit verbracht hatte und erst mitten in der Oberschule nach Berlin gekommen war, behauptete mir gegenüber einmal, dass eine Pariserin nur eine Einladung zum Kaffee annehmen würde, wenn sie auch bereit wäre, mit dir ins Bett zu gehen. Mich faszinierte diese Aussage von ihm, deren Wahrheitsgehalt ich zwar nicht einzuschätzen wusste, die mir aber klar geordnete Verhältnisse und eine gute Transparenz im Geschlechtermiteinander der französischen Hauptstadt vorspielte. So etwas hätte ich mir für Berlin gewünscht, jedenfalls für den Teil von der Nürnberger bis zur Perleberger Straße, den ich überschauen konnte, der Rest war für mich als Heranwachsenden uninteressant oder sowieso hinter einer Mauer verborgen, zu der Zeit, in der die Jugend mal wieder die Randale und das wichtigtuerische Herumlabern entdeckte. 1980. Nichts war konkret und Reden wurde zu Sex oder umgekehrt. „Alter, nur weil ich ein Mädchen bin, musst du mich nicht so anstarren!“ Es war zum Kotzen kompliziert.

In der letzten Woche traf ich mich zweimal mit Sara. Eigentlich bedeutet es gar nichts. Jetzt kommt sie zu mir, zur Kaffeezeit. Wem würde denn da schon Schlechtes zu einfallen. Sie ist neu und sie ist nervös und wenn ich ehrlich bin, geht es mir ein wenig auch so. Gestern Abend habe ich einen Käsekuchen gebacken. Als vertrauensbildende Maßnahme werde ich ihn anbieten. Dann werden wir reden.

„Komm rein, schön dass du da bist.“ Sie hat mir Blumen mitgebracht, rote Amaryllis. „Das war doch nicht nötig. Die sind ja wunderschön!“ Sie trägt dunkle Jeans, ein ganz normales Outfit, weiße Bluse, dazu eine dünne, braune Lederjacke, neutrale Absatzschuhe. Ich bin froh darüber. Sie behauptet von sich, ein paar Pfunde zu viel zu haben, ich aber finde sie gut, wie sie ist. Doch sie hat zu viel Parfum aufgelegt, das merke ich sofort. Das passt eigentlich nicht zu ihr und ich muss vorsichtig sein, nicht zu schnell alles von ihr zu wollen. Ich nehme ihr die Jacke ab. Sie schaut sich um. „Kaffee oder Tee?“ Sie mag Kaffee. Ihr gefällt meine Sammlung alter Motorrad-Miniaturmodelle, die sie gleich im Wohnzimmer entdeckt. Ich nehme ihre Hand und führe sie in die Küche, das ist mein Lieblingsraum. Wir setzen uns an den langen Tisch mit den sechs Stühlen und sie kann dabei sein, wenn ich den Kaffee mahle und ihn mit meiner uralten Espressomaschine zubereite. Sie fragt mich, wie lange ich in dieser Wohnung schon lebe, doch ich antworte nur knapp, verkneife mir das Herumstolpern in alten Geschichten, mit denen ich nur Zeit verplempern würde. Ich will endlich erleben, was sie für ein Mädchen ist.

Sie ist überrascht, dass ich einen Kuchen gebacken habe. Für sie können Männer eher kochen als backen. „Ich kann eigentlich auch nicht backen ...“, gestehe ich. „Ich kann nur Käsekuchen.“ Ich überlasse meinem Bauch die Gesprächsführung und nehme währenddessen jedes Details an ihr wahr. Sie hat das Haar anders als bei unseren beiden vorherigen Begegnungen in einem Café und in einem Restaurant. Sie trägt es in einer kunstvollen Hochsteckfrisur, aufwändig zusammengelegt und hinten mit einem Dutt, dafür einzelne Strähnen freilassend, die in Schwüngen ihr Gesicht flankieren. Das sieht nach Verführung aus und falls es so von ihr gedacht ist, verfehlt es nicht seine Wirkung auf mich. Der Kuchen scheint ihr zu schmecken, das freut mich. Als sie die Kuchengabel wieder an den Mund führt, entdecke ich am zweitobersten Knopfloch ihrer Bluse einen alten Kaffeefleck, der wohl bei der Wäsche nicht rausgegangen ist. Sie wird es in der Aufregung übersehen haben. Mich stimmt das zuversichtlich, sie ist nicht perfekt. Das Unperfekte an einer Frau liebe ich auf eine besondere Weise. Ich bin sparsam mit Komplimenten, obwohl sie mir wirklich gefällt, nur bekomme ich gedanklich nicht den Dreh zu den uns verbindenden Interessen. Ich frage sie nach Dingen aus, die ich noch nicht über sie weiß. Ihren Geburtsort, sie spielt Klavier, war mal bei den JUSOS, sie ist die älteste von drei Geschwistern, ich verdaddele unsere Zeit und ärgere mich über mich selbst, der es doch in der Hand haben sollte, unsere Situation zu verbessern. Ich müsste vielleicht doch eher meinen Verstand gebrauchen.

„Ich war noch nie gefesselt“, sagt Sara plötzlich, als es einige Sekunden still zwischen uns ist. Sie errötet, noch während der Satz nachklingt. Der Einstieg, den ich gesucht habe. Wie schön, dass sie ihn selbst liefert, besonders angesichts meiner Unfähigkeit, uns an diesen Punkt zu bringen. „Was stellst du dir darunter vor?“, will ich von ihr wissen. Sie erzählt erst zögerlich, zwei, dreimal muss ich sie ermuntern, dann wird sie ausführlich und ich höre irgendwann nur noch mit halbem Ohr zu, weil mich bildhafte Vorstellungen von ihr und mir in einem eindeutigeren Setting als dieser kleinen Kaffeetafel ein wenig aus dem Konzept bringen. Ihre Bluse ist zu klein, stelle ich fest. Ist das Absicht, soll ich die Vorzüge ihrer Figur erahnen? Ich bin kein guter Signaldeuter und so bleibe ich noch unsicher, wozu sie sich entschlossen haben könnte oder ob sie es selbst noch nicht weiß. Sara macht eine Pause und spielt mit der Spitze einer ihrer Haarsträhnen. Ich lächle sie an und sie führt das Haar an ihre Lippen und streicht wie gedankenverloren an ihnen entlang. Gut, das reicht! Ich gehe ins Schlafzimmer, um eines der Seile zu holen, die ich dort bereitliegen habe. Es ist ein schwarzes und es ist 3 Meter lang. Sie bleibt stumm, als ich damit vor ihr stehe. Ihr Mund steht offen, eine Hand liegt an ihrer Wange, bis ich ihr mit einer Geste deute, aufzustehen, damit ich ihren Stuhl etwas vom Tisch abrücken kann.

Ausgerechnet jetzt scheint die Abendsonne durch das Fenster hinein und gibt dem Raum ein anderes Licht. Das wirkt irgendwie dramatisch, das wollte ich so nicht. „Komm, setz dich seitlich hin!“ Sie zögert nicht, oder höchstens einen unmerkbaren Moment lang. Ich nähere mich ihr von hinten und es ist, als könnte ich spüren, wie sie innerlich verspannt. Sie ist bestimmt aufgeregt, hoffentlich ist sie es, aber sie gibt keinen Mucks von sich. Ich fasse beide Arme, das Seil habe ich in der rechten Hand, dann drehe ich ihre Arme behutsam nach hinten. Sie macht gut mit. Es drückt ihre Brüste nach vorn, die Bluse sitzt noch straffer, mehr geht wirklich nicht. Das Seil habe ich so zusammengelegt, dass es eine Schlinge ergibt, die ich zwischen Rücken und Armen hindurch führe. Stück für Stück schließe ich alles, indem ich die losen Seilenden durchfädele und beide Ellenbogen zusammendrücke. Am liebsten würde ich ihr sagen, sie solle ruhig weiter atmen, denn ich befürchte, dass das alles ein wenig zu schnell für sie geht. Stattdessen aber ziehe ich das Seil erst in zwei langen Zügen, dann in kleinen Etappen weiter durch die Schlinge und verkleinere den Verbund immer mehr, bis ich es für ratsam halte, alles zu verschnüren. Meine Faust passt nicht mehr ganz zwischen beide Ellenbogen. Geübte Handgriffe, die ich aber noch nie an einem Newbie gemacht habe.

Ich will es jetzt sehen und ich werde versuchen, das Bild, das Sara abgibt, als Erinnerung im Gedächtnis festzuhalten. Wie hübsch das ist! Sie rutscht auf dem Stuhl herum und sie merkt, wie wenig sie ihre Hände jetzt noch benutzen kann. Ich muss grinsen, weiß gar nicht warum. Sie lächelt, scheint verlegen zu sein, was mich zu mehr verleitet. Ich ziehe ihr die Schuhe aus, sie hat dunkles Nylon an den Füßen und ich stehe gleich darauf wieder über ihr, doch sie schaut erst zu mir auf, als ich beginne, die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen. Ich weiß nicht, ob der Vorwurf, den ich an Saras Gesicht ablese, echt ist. Ich jedenfalls mache so lange weiter, bis sie es sagt, dass sie das nicht will. Noch vermeide ich es, zu viel von ihr zu berühren. Die Bluse ist offen und ich schiebe die beiden Hälften sachte auseinander. Sie räuspert sich, denkt bestimmt, dass ich an ihren BH will, doch ich beabsichtige viel Schlimmeres zu tun. Ich hocke mich vor sie hin und beginne, an ihrer Hose die Schnalle des Gürtels zu öffnen. Sie verzieht das Gesicht und signalisiert mir deutlich ihr Unbehagen. Ich unterbreche die angefangene Aktion und versuche, sie zu beruhigen. „Ich bin fast fertig.“ Sie sagt noch immer nichts, klemmt aber die Knie zusammen und ich mache den Gürtel ganz auf und auch den Knopf ihrer Hose. Mich erregt das sehr und trotzdem schaffe ich es in aller Ruhe, den Reißverschluss ihrer Jeans hinunter zu ziehen. Das war es, was ich mir vorgenommen hatte. Ich bin fertig.

Mit verschränkten Armen stehe ich vor ihr, bin vielleicht zwei Schritte entfernt. Ich starre sie an. Sara blickt auf ihre Schuhe, die ich einfach links neben den Stuhl gelegt habe. Einer davon ist umgekippt. Ich könnte sie fragen, wie sie sich fühlt, aber ich lasse es. Es sieht ein wenig seltsam aus, denke ich. Man könnte meinen, sie hätte keine Arme, wenn da nicht seitlich an den Hüften die Hände herausschauen würden. Aber ihre Brüste werden so schön betont, das wirkt auf mich. Genau wie die offene Hose, die eigentlich nicht weiter dramatisch ist, mit ihrer Symbolkraft aber bei mir für einen Harten sorgt. Bestimmt kann sie es sehen. Ich bin mittendrin, mir alles vorzustellen und bedauere, dass wir uns nicht schon näher kennen, jetzt wo sie sich meiner Berührungen kaum noch erwehren könnte. Ich würde gerne ihren Hintern anfassen, sie kräftig an mich drücken, mit meiner Hand ihren Nacken berühren oder mit meiner Zunge in ihren Bauchnabel stoßen und mit ihr gemeinsam in einen Gefühlsstrudel treiben, aber ich habe mich für Zurückhaltung entschieden, sie wird das erst einmal auf sich wirken lassen müssen. Ich verliere hier nicht die Kontrolle.

Sie steht auf und bewegt sich unbeholfen vom Stuhl weg. Es sieht aus, als würde sie prüfen, wie fest die Fesselung ist. Sie schaut an sich herunter auf den geöffneten Hosenbund. „Unbequem?“ Ich breche das Schweigen und bringe mich so heraus aus den allzu gierigen Wunschvorstellungen. Sie antwortet nicht, aber für mich hat es den Anschein, dass sie nachdenkt, wie sie mir das Gefühl erklären kann. Einige Atemzüge lang steht Sara einfach nur da und schaut mich an, dann wendet sie sich ab und geht auf den Tisch zu. Mein Puls ist beschleunigt, ich verstehe gerade gar nichts. Sie drückt sich an die Tischkante und beugt ihren Oberkörper vorn über und legt ihn vorsichtig auf der Platte ab. Ich stehe noch immer da, als hätte ich Wurzeln und fange langsam an zu begreifen. Sie dreht ihren Kopf zur Seite, versucht mich anzuschauen. „Ja“, sagt sie, es klingt ein wenig heiser, doch sie lächelt dabei, „... es ist höllisch unbequem.“

Nachtrag:

Es gibt Momente, die ich auch nach Jahren noch durchlebe, da kommt mir diese Fesselei albern vor. Wahrscheinlich ist das auch gut so.

© 2016
m.brody - JoyClub

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 10. Dezember 2019 12:36
Kmueller gefällt das

 

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